Tarnen und täuschen!
Neue Drogen - neue Vertriebswege – neue Gefahren?!

(c) Foto: partypack.de

“Research Chemicals” (RC) und “Legal-Highs”

Designerdrogen sind nichts Neues. Der Versuch Drogen bei der Herstellung so zu verändern, dass sie den bestehenden rechtlichen Beschränkungen nicht mehr unterliegen, war und ist ein oft praktizierter Weg.  Neu hingegen sind die Vetriebswege und Verkaufsstrategien und die Geschwindigkeit, in der neue Substanzen auftauchen. Gesetzgeber und Foschung können der Geschwindigkeit des Marktes nicht mehr folgen. Konsumentinnen und Konsumenten der neuen Substanzen machen sich  zum Versuchskaninchen für Substanzen, über deren Gefahren noch viel zu wenig bekannt ist.
Im Jahr  2010 hat die europäische Drogenbeobachtungsstelle 41 neu psychoaktive Substanzen ermittelt. 2009 waren es 24 Substanzen, im Jahr 2008 wurden 13 Substanzen gefunden, die den Forschern bisher noch unbekannt waren.

Aber immer schön der Reihe nach:

Als „Research Chemicals“ werden Substanzen beschrieben, die eine psychoaktive Wirkung besitzen, bisher aber weder medizinisch genutzt werden, noch pharmakologisch untersucht wurden.

Im Klartext: Research Chemicals sind „designte“ Substanzen, die eine berauschende Wirkung besitzen, über deren Auswirkungen und Gefahren aber bisher nur sehr wenig bekannt ist. Ein Großteil der unter dem Namen „Research Chemicals“ zusammengefassten Substanzen unterliegt in Deutschland noch nicht dem Betäubungsmittelgesetz, obwohl sie in Ihrer Wirkung bekannten Substanzen wie z.B. Cannabis, Ecstasy, Amphetamin oder Cathinonen sehr ähnlich sind. Andere „Research Chemicals“ hingegen, wie z.B. Mephedron sind seit 2010 verboten. Oft werden „Research Chemicals“ auch unter dem  Begriff „Legal-Highs“ vermarktet oder als "Badesalz" oder "Dünger" deklariert. Der Begriff „Legal-Highs“ hat keinerlei Aussagekraft über das Gefahrenpotential einer Substanz. Er bestimmt lediglich deren momentanen rechtlichen Status.

Tarnen und täuschen:

Was steht drauf? Was ist drin? Heute dies, morgen das…
Im Internet werden diese Substanzen oft unter Begriffen wie „Kräutermischungen“, „Räuchermischungen“, „Badesalz“ oder als „Dünger“ angeboten.
Welcher Wirkstoff in welcher Menge (Dosierung) dann wirklich in welchem Produkt enthalten ist, entzieht sich den Konsumenten zumeist. Unklar ist auch, ob ein über das Internet angebotenes Produkt immer dieselbe Substanz in gleichbleibender Menge enthält.
So wurden unter dem Namen „Badesalz“ in der Vergangenheit unterschiedlich wirkende Substanzen verkauft. Solange der Wirkstoff Mephedron noch nicht verboten war, gab es „Badesalze“, die Mephedron enthielten. Nach dem Verbot von Mephedron sind verschiedenste andere Substanzen in als „Badesalz“ verkauften Produkten gefunden worden.
Die Möglichkeit der Hersteller mit der Entwicklung neuer Substanzen auf Verbote zu reagieren, scheint grenzenlos! Ein Katz und Maus Spiel zwischen Herstellern und Verbotspolitik hat begonnen.
Ähnlich verhält es sich bei vielen sogenannten „Räuchermischungen“. Nachdem nachgewiesen wurde, dass die Wirkung vieler Kräutermischungen nicht durch Kräuter, sondern durch „synthetische Cannabinoide“ hervorgerufen wird, stellte der Gesetzgeber die gefundenen Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz. Kurze Zeit später tauchten neue Mischungen auf, die wiederum neue noch nicht verbotene synthetische Cannabinoide enthielten.

Fazit für den Konsumenten:

Die hauptsächlich über das Internet angebotenen „Legal-Highs“ sind Substanzen, über deren Risiken und Gefahren bisweilen nur sehr wenig bekannt ist. Nur weil eine Substanz als „legal“ angeboten wird, ist sie nicht ungefährlich. Die Käufer machen sich so zu Versuchskaninchen und konsumieren Substanzen, über deren Wirkung und Gefahren kaum  Wissen besteht.
Die Zusammensetzung der unter Sammelbegriffen wie „Dünger“, „Badesalz“ oder „Kräutermischungen“ verkauften Produkte ist ungewiss und unterliegt häufig Schwankungen. Weder die Qualität (was ist drin) noch die Quantität (wie viel ist drin) der verkauften Podukte ist gleichbleibend. Die Hersteller haben die Möglichkeit aus einer breiten sehr unterschiedlich wirkenden Palette von Designerdrogen auszuwählen. Heute dies, morgen das…Risiko und Gefahren sind nicht abschätzbar.

Was ist drin? Ergebnise zu getesteten "legal-highs"

Auf der Internetseite http://legal-high-inhaltsstoffe.de/ gibt es Ergebnisse über Inhaltsstoffe von Produkten, die als "legal-highs" verkauft werden.

 

Rechtslage:

 

Eine aktuelle detaillierte Auflistung der seit 2010 verbotenen neuen Substanzen findet sich in unserer Rubrik:  Neue Drogen im Betäubungsmittelgesetz
Der Besitz von Substanzen, die noch nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind, ist somit legal.

 

 


Weiterführende Links auf partypack.de:


Räuchermischungen: Informationen zu Räuchermischungen auf partypack.de

Mephedron: Informationen zu Mephedron auf partypack.de

Methylon: Informationen zu Methylon auf partypack.de


m-CPP: Informationen zu m-CPP (Meta-Chlorphenylpiperazin)


PMA, PMMA: Informationen zu  PMA (Paramethoxyamphetamin), PMMA (Paramethoxymethamphetamin)

 

MDHOET: Informationen zu MDHOET (3,4-Methylendioxy-N-2-Hydroxyethyl-Amphetamin)



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