Langfristigen Auswirkungen von Ecstasy-Konsum

Am 14. Mai 2003 gab es im Auftrag der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Frau Marion Caspers-Merk ein Expertentreffen. Als Ergebnis wurde ein Statement zur Bewertung der langfristigen Auswirkungen von Ecstasykonsum erstellt. 

Hier das gemeinsames Statement der Tagungsteilnehmer:

"Abgesehen von den unbestrittenen akuten Gefährdungen, die von Ecstasy* ausgehen können, hat in den vergangenen 10 Jahren eine zunehmende Anzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen an Menschen eine Assoziation zwischen Ecstasygebrauch und zentralen serotonergen Parametern, Hirnmorphologie, Hirnfunktion sowie funktionellen Störungen des zentralen serotonergen Systems besonders mit bestimmten Formen von Gedächtnisstörungen aufgezeigt.

Aufgrund methodischer Probleme und teilweise widersprüchlichen Ergebnissen kann über die vorliegenden Studien an Ecstasykonsumenten kein sicherer Nachweis struktureller Nervenschäden geführt werden.

Jedoch verdichten sich trotz forschungsimmanenter, methodischer Probleme die Verdachtsmomente dafür, dass Ecstasy zu langfristigen ZNS-Schäden mit Auswirkungen besonders im kognitiven Bereich führen kann:

Gestützt wird dieser Verdacht durch die weitgehende Konsistenz der Ergebnisse in zahlreichen Studien zu spezifischen Gedächtnisstörungen v.a. zur mittelfristigen Merkfähigkeit und zur Lernfähigkeit für verbales und figurales Material nach Ecstasykonsum. Die deutliche Dosis-Wirkungsabhängigkeit zwischen Ecstasygebrauch und Gedächtnisstörungen werden als weiterer wichtiger Hinweis auf eine ursächliche Beteiligung von Ecstasy gewertet.

Die Ergebnisse stehen in Übereinstimmung mit tierexperimentellen Befunden, die die kausale Rolle von MDMA bei neurotoxischen Veränderungen an verschiedenen Tierspezies nachgewiesen haben.

Die vorliegenden Daten unter Berücksichtigung der untersuchten Dosierungen und Anwendungsmuster bieten bei allen methodischen Vorbehalten gegenüber Einzelstudien in der Gesamtschau eine ausreichende Basis dafür, besonders vor hochdosiertem, hochfrequenten und in kurzen Abständen wiederholtem Ecstasygebrauch zu warnen und auf das Risiko neurotoxischer Wirkungen hinzuweisen.

*'Ecstasy' wird hier gebraucht als Begriff für synthetische Drogen der Methylendioxyamphetamin-Gruppe. Zu dieser Gruppe gehören neben dem Hauptvertreter 3,4-Methylendioxymethamphetamin (MDMA) auch die chemischen Analoga 3,4-Methylendioxyamphetamin (MDA), 3,4-Methylendioxyethylamphetamin (MDE) und N-Methyl-1,3–benzodioxol-5-yl-butanamin (MBDB)."

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